Freitag, 4. Dezember 2015

Ballade vom Hasenfuß

Das Hänschen war ein Hasenfuß, die Nerven lagen blank.
Versteckte sich bei jedem Pups in Mutters Kleiderschrank.
Verkroch sich unterm Bettgestell und unterm großen Tuch.
Der Vater sprach zum Sohnemann: „Die Angst ist längst ein Fluch.

Die Furcht sie lähmt den Spieledrang, vertilgt die Lebenslust.
Das Fremde kann auch Heilung sein und weitet deine Brust.
Ich zeige dir, mein lieber Sohn, das Schöne dieser Welt,
dass Anderssein auch Gutes hat und schafft so manchen Held.“

‚Ein Elefant der stach sich einst mit einem hölzern Dorn,
und ohne eine kleine Maus sein Leben wär verlorn.
Gar Stunden fraß und schmatzte sie, der Ast, er wurde Brei.
Das große Tier bedankte sich mit einem lauten Schrei.

Das Mäuschen fragte: „Rüsseltier, nun sag wovor du bangst,
du bist der Riese hier im Reich und zitterst voller Angst?“
„Ich wär gestorben ohne dich und deinen Tatendrang.
Du bleibst für immer mir ein Freund, erwirbst den Heldenrang.‴

Es dauerte geraume Zeit, das Hänschen sprach sehr leis:
„Ob ich nun groß bin oder klein in unserm Lebenskreis
es spielt gar keine Rolle hier, denn Jeder hat die Macht
in seinem Leben Groß zu sein.“
- Wer hätte das gedacht.

Dienstag, 24. November 2015

Vorweihnachtliche Klapphörner

Zwei Knaben spielten Weihnachtsmann
der eine sich darauf besann:
"wir müssen durch die Esse".
Schon lag er auf der Fresse.

Zwei Nikoläuse tranken Rum.
Der eine wurde still und stumm,
der andre sang vom Feiern
doch beide mussten reiern.

Zwei Knaben putzen Schuhe blank.
Der eine nahm sie aus dem Schrank.
Der Schrank, er kippt zur Seite,
was sie zu früh entzweite.

Die Mutter hat sich zweigeteilt,
der Vater hat sich abgeseilt,
er sitzt beim Glühweinfeste
und wartet auf die Gäste

Zwei Knaben auf dem Weihnachtsfest,
der eine spielt im Tannennest.
der andre mit dem Feuer,
das ward dann richtig teuer.

Sonntag, 22. November 2015

Wintermorgen

Der Sonntag trägt sein Festtagskleid
mit Rauhreifperlenglanz bezogen.
Die Morgensonne scheint gewogen
und macht mein Herz ganz heiter weit.

Vom Baume löst sich eine Träne.
fällt vor mir in die Vogeltränke.
Die Spatzen sehn darin Geschenke.
Hier herrscht die Bodenfrostdomäne.

Auf Büschen Engelshaarperücken
und nur der Wind zerrupft ihr Haar.
Der Tag ist wunderbar und klar.
Der erste Sonntag muss entzücken.

Samstag, 12. September 2015

Das schwarze Schaf

Das schwarze Schaf der ganzen Klasse
war immer nur der laute Lasse.
Der Junge war dafür geschaffen,
er mimte stets den kessen Affen
und ging nicht unter in der Masse.

Doch fehlte Geld in Mutters Kasse,
beschädigt war die Kaffeetasse,
wer konnte da wie Unschuld gaffen?
Das schwarze Schaf

Der Bursche zeigte soviel Rasse.
Markante Augen, voll das Krasse.
Charmant, betörend seine Waffen,
ich mußte mich in ihn vergaffen;
auch wenn ichs heute noch nicht fasse -
ins schwarze Schaf

Auf der Insel meiner Kindheit

Auf der Insel meiner Kindheit
trage ich geflochtene Zöpfe.
Spiele zwischen Möwen,
Dünen und den Strandnelken
Windfangen und angele nach
hellen Tagen.
Schmunzle über Geschichten
meiner Eltern.
Noch plantschen die Jahreszeiten
unbeachtet.
Nur gelandete Muscheln
sprechen vom Abenteuer.

Sonntag, 7. Juni 2015

Kontaktaufnahme

In dieser Nacht da schreibe ich nur Zeilen
auf deinen Körper zeichne ich und kreise,
gedanklich will ich Haut auf Haut verweilen.

Ich koste dich und werd mich nicht beeilen.
Erlebe diese Zeit als Sommerreise.
In dieser Nacht, da schreibe ich nur Zeilen.

Die Glut entflammt, sie misst sich nicht in Meilen,
die Hände schaffen eine Feuerschneise,
gedanklich will ich Haut auf Haut verweilen.

Verrückte Finger, sie erforschen, eilen.
Sie bangen schon, der Morgen kommt nun leise.
In dieser Nacht, da schreibe ich nur Zeilen.

Mein Körper fordert sich nun mitzuteilen
die Hände gleiten auf der Sinnesreise
gedanklich will ich Haut auf Haut verweilen,

mit dir verschmelzen. Meinen Körper heilen,
verpasstest du. Erzähl ich Seitenweise,
in dieser Nacht, da schreibe ich nur Zeilen,
gedanklich will ich Haut auf Haut verweilen.

Donnerstag, 4. Juni 2015

Zum 60. Geburtstag

Der Tag er naht, die Sechsig steht geschrieben
Auf Torte, Blumenstrauß und vielen Gaben.
Das Leben zeigt, ich bin mir treugeblieben
Die Zukunfstträume wurden nie begraben.
Die Liebe wars, sie hat mich angetrieben,
Sie wog die Freude nicht in Soll und Haben.
Die Lebensgunst sie trägt und legt sich heiter
Auf meine Sechzig. Prost ihr Wegbegleiter.

Montag, 25. Mai 2015

Für I. B.

Für dich Freund
möchte ich Zeilen
schreiben voller Humor
nur
deine Gedichte
sind mir um Meilen voraus.
Für dich Freund
möchte ich Bilder malen
selbst da reiche ich nicht
an dein Talent heran.
Für dich Freund
werde ich Wünsche in den
Himmel schreiben
und fest an deine Kraft glauben.

Ik heww di bannig leev

Die große Liebe geht auf eignen Wegen.
All schull sik bannig goot verstahn, verdregen.

Ich möchte dich mit meinem Glück beschenken,
aus meinen Händen forme ich ein Deingedenken.
Beim Streit beginne ich stets einzulenken.
Min Oort un Wies is datt, min Hart un Egen.

Mein Lächeln soll durch graue Gänge führen,
in jedem Lichtlein sollst du Wärme spüren,
ein Wort von dir und offen stehen alle Türen.
Un bin ik klötrig liegs all blot an Bregen

Bedenkst du mich mit einem Augenkosen
und reichst mir hin und wieder rote Rosen
kein Tränchen fließt, es gibt niemals ein Tosen.
Wull direktmang in sövten Häven flegen.

Bei meinem Liebsten fühl ich mich geborgen,
mit ihm vergeß ich alle Alltagssorgen
und freue mich auf jeden frischen Morgen.
Mien Leevdag nich wull ik di nich bedregen.

Wir baden in einem Meer aus Leichen

„Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“ Ingeborg Bachmann

Sie ertranken mit den Hoffnungen
Ayna, Caven, Neyla, …
sie wollten nicht viel,
flohen vor Kriegen, Hunger und Leid.

Morgen baden in diesem Leichenmeer
hunderttausend Touristen,
tragen rosarote Brillen
und beobachten die aufgehende Sonne.

Ja, sie haben es sich verdient.

Freitag, 27. März 2015

Sei still, wir sprechen nicht vom Altern

Nun bin ich völlig durchgeknallt
sie sagen im Geheimen:
Sie macht auf Jung mit viel Gewalt.
Wo ihre Falten keimen,
da helfen Salben nicht und Kur
da muss sie´s eingestehen. Nur,
wer spricht schon gern vom Altern.

Die Dritten sind in ihrem Mund
sie mag es gern bestreiten.
Die Muskelkraft ist auch im Schwund
es kommen kalte Zeiten.
Vergesslichkeit, was wollt ich nur?
Mir fehlt doch nichts, wo war die Spur?
Wer spricht schon gern vom Altern?

Der beste Freund ist jetzt mein Arzt
die Knochen zu kurieren
ich höre förmlich wie es knarzt
ich darf nicht dehydrieren
und trinke Wasser schon vom Fass
die Hose ist so ständig nass.
Wer spricht schon gern vom Altern?

Wer holt mich in sein Boot?
Ich steh auf Wartelisten
für Krücken, Altenheim und Tod.
Es streiten sich die Christen.
Wem könnte ich noch nützlich sein,
mit Gehgefährt und Zipperlein?
Sie sprechen nicht vom Altern.

Geduld, Geduld, hab´s fasst geschafft,
begreife jetzt das Ende.
Die Rente wurde auch gestrafft,
ergibt sich hier die Wende?
Na klar, ihr meint es alle gut!
Verliere nur den Lebensmut
und spreche nicht vom Altern.

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