Mittwoch, 1. März 2017

Ein düstres Omen

Die Leute sagen immer: Die Zeiten werden schlimmer.
Die Zeiten bleiben immer. Die Leute werden schlimmer. Joachim Ringelnatz


Versäumen selbst zu denken.
Sie lassen sich schön lenken.
Ich mußte gar erkennen:
Wie sie der Storch nach rennen.
Sie blöken Petry Heil
Die Frauke, die ist geil.


Da gibt’s den Taxifahrer Tohr,
der sein Verstand an Storch verlor.
Jetzt läuft er rum mit Spatzenhirn,
ich rufe: Himmel, Arsch und Zwirn.
Wer hat in dein Gehirn geschissen,
du könntest es doch besser wissen.

Ob Storch, ob Gauland, Petry, Höcke
Sie treiben zwischen Menschen ihre Pflöcke.
Sie schrein nach Deutschtum, treues- braunes Pack
Und üben schon den Marsch ins Reich, zack zack.
Du glaubst, sie brauchen dich, den Droschkenkutscher?
Sie nutzen dich als Fahnenträger, dummer Lutscher.

Und sind sie einmal an der Macht
Bist du der Mohr und endlich aufgewacht.
Dann darfst du kämpfen um dein Mindestlohn
Und Frauen stehn am Herd, dass wird ihr Fron.
Der deutsche Rassenpass, er wird zur Pflicht
Die Menschenwürde hat dann kein Gesicht.

An Grenzen wird auf Kind und Frau geschossen.
Und auf den Straßen schallen Stiefel der Genossen.
Dein Enkel steckt in deutscher Uniform.
Wer anders denkt gehört nicht mehr zur Norm.
Ein düstres Omen und der Wahn?
Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan.

Dienstag, 22. November 2016

Wandelbare Liebe (Sonett)

Die erste Liebe blühte ungeübt
mit Händchenhalten, Kuss und Treueschwur.
Sie ankert fest im Herzen, ungetrübt.
Die Zweite brannte heiß und folgte nur

der Fleischeslust. Als sie verglomm,
erwuchsen neue stets um diesen Preis.
Verzweifelt kämpfte ich, bestimmt nicht fromm,
zerschmolzen in der Hand das Erdbeereis.

Dann kam die späte Liebe mir ins Haus.
Gereift, von Stund auf Stund mit Fleiß gewebt,
war sie der andern Lieben weit voraus.
Damit die Lieb zur Liebe sich erhebt.

Betrüg dich nicht um dieses schöne Bild,
Wenn Rechenschaft es abzulegen gilt.

Donnerstag, 10. November 2016

Die Fahrkarte liegt in deiner Hand

Die Fahrkarte liegt
in deiner Hand,
sagst du und hältst meine.
Im dämmrigen Umschwung
verzehrt die Zeit die Zeit
und dein Atmen zerfällt.

Wie soll mein Denken
sterben lernen,
sich fügen ins
Nichtdasein?

ein schimmer hoffnung bleibt

dein boot gekentert
beginnt zu sinken
spürst bedrohung
rau die see
der körper schmerzt
dein blick - geleert
geknebelt vom stoff
hörst getöse, wellen schlagen
raunt nun feuerwasser blau
dir keine warnung zu?

halte nicht am strohhalm fest
er birgt gefahr zu brechen
springe jetzt!
mit letzter kraft und kämpfe
kämpfe ums leben
keiner kann dich retten
nur du selbst allein
noch halten dich geister
freunde hoffen
du schaffst es - endlich
endlich trocken an land
zu geben ihnen
hand und herz

Die alte Eichenallee

Im Spielchen aus Lichtern und Schatten
gesprochen den Vers von Lütt Matten.
Das grünende Dach über unserem Kopf
so schritten wir hin, mit geflochtenem Zopf.
Lütt Matten, de Has, de maak sick een Spaß.


Im Schutz der Allee mit den alternden Eichen,
da mussten wir selten Gespannen ausweichen.
Und kam dann ein Regen als donnerndes Wetter,
so trommelten Tropfen auf Äste und Blätter.
Lütt Matten, de Has, de maak sick een Spaß.


Und krachte es fürchterlich laut in den Zweigen,
kein Grund nun für uns, deshalb ängstlich zu schweigen.
Erfanden aus Spaß dann auch Gruselgeschichten
von hässlichen Zwergen und winzigen Wichten.
Lütt Matten, de Has, de maak sick een Spaß.


Ersannen Gestalten aus dunkelster Gegend,
denn jedes Getier war nun furchterregend.
So wurden die Pfützen zu Flüssen und See,
wir Jäger und Sammler von Käfern und Klee.
Lütt Matten, de Has, de maak sick een Spaß.


Die Eichen, auch heute noch stehen am Ort,
sind treue Begleiter auch Schutzdach und Hort.
So säume ich liebentlang früherer Zeiten,
sie tragen hinfort in besinnliche Weiten.
Lütt Matten, de Has, de maak sick een Spaß.



(Klaus Groth, der bekannte plattdeutsche Dichter schrieb einen Text als Kinderlied: „Lütt Matten, de Has“)

Kürbisfreuden

Bejammert nicht die trübe Zeit.
Zum Kürbisschnitzen seid bereit.
Benutzt ihr ihn als Vogelschreck
erfüllt er einen netten Zweck.

Ihr dürft ihn gern entweiden,
sollt ihn dann hübsch bekleiden.
Und scheint aus ihm ein helles Licht
dann spukt er gern als Bösewicht.

Und ist der Herbst auch gruslig kalt,
gibt´s warme Suppe, die hilft bald.
Das Fleisch darin, das schmeckt gar fein,
wird munden sicher Groß und Klein.

Auch für die dunkle Jahreszeit,
da steht der Freund im Glas bereit.
So könnt ihr später an ihn denken,
denn reichlich Freunde wird er schenken.

Lebensfreude

Ich möchte mich spiegeln
im Blick des Mannes
Lebendigkeit finden
meinen Atem fühlen.

Lass uns gemeinsam suchen

Warum, Kind, finden deine suchenden Blicke in den zerlesenen Blättern nicht eine Ringelblume?
Um jener Tage und Stunden zu liebe, als wir uns fühlten. Als Nähe keine Feuerwand aus Nesseln bildete?
Abrechnung!
Ich kenne diese Lust der Bezichtigung, das verletzte Ich, dem alles zuteil wurde, nur nicht ausreichend Zuwendung. Damals vergaß ich den Mistelzweig ins Haus zu hängen. Spürte nicht deinen Hunger nach einem warmen Mahl. Sah nicht einmal das Buch in deinen Händen. Ich sah dich oft Blütenblätter zupfen.
Doch sagen mir viele Zeitzeugen der Jahre, in denen wir glücklich ineinander verflochten unsere Geschichte murmelten, du warst immer mein Kind, ich Siddhartha der Suchende.
Heute verstehe ich dich besser. Auch du hast immer gesucht.
Kannst du nicht das Muttersein und dich selbst und mich retten? Mir - unsere Schneckenhausgespräche verzeihen, die immer auch das Schweigen einschlossen?
Ich wünschte, du fändest die Kraft.

Mögliche Nebenwirkungen beim Arztbesuch

Möglich ist‘s, der Todeskampf hat längst bei mir begonnen!
Noch bevor der Arzt sich meines Beinbruchs angenommen,
sagt die Schwester:„Lassen sie sich gegen Grippe impfen,
sie sind alt, gehören nicht mehr zu den jungen Pimpfen.

Wenig hörte ich von unerwünschten Resultaten:
Hustenkrämpfe, Nesselsucht sind selten zu erwarten.
Oftmals klagen Alte über Schmerzen in Gelenken,
Fieberflecke, Atemnot - darauf dürfte sich's beschränken.

Sollten schwere Leiden danach ungewöhnlich plagen,
rate ich zum Arzt ins nächste Krankenhaus zu jagen.
Unsre Praxiszeiten, liebe Frau, sind sehr bescheiden,
langes Stehen mit gebrochnem Bein ist zu vermeiden".

Das Tor zur neuen Welt

Emma Lazarus
„Schickt sie mir, die Heimatlosen, vom Sturme Getriebenen,
Hoch halt' ich mein Licht am gold’nen Tore!“


Du hast mir aufgeleuchtet mit Glanz und Gloria
spanntest mir einen hafennahen Sehnsuchtsbogen,
reichtest mir den Kelch mit deinem Alphabet,
schenktest mir Kulissen mit neuen Herren.

'Nutze diese unentdeckten Möglichkeiten,
Geistestempel gibt es nur in dieser freien Welt.'
Sprachst und gabst mir moderne Kleider.
Kleider, die sich fremd anfühlten auf meiner Haut.

Mir zerbrach der Grundstein kindlichen Glaubens.
Fäulnis, Flucht und Lügen sprengten ihn.
Eingeschüchtert meine Seele, wankt als Bettler.
Bettler, der vor lauter Licht im Schatten steht.

Jetzt bin ich frei - ein Vogel ohne Heimatlied
der nur die Melodie der Kinderzeit vermisst.

Donnerstag, 1. September 2016

Das künstliche Licht

Einfach nur den Schalter drücken,
Licht erhellt sofort die Räume.
Angeleuchtet strahlen Bäume,
Glänzend hell. Und voll Entzücken
liest als Kind man Heldensagen,
kann dem Alltag so entrücken,
träumend Abenteuer wagen.
Licht ist lange schon die Regel,
jeder braucht den Lichterkegel.
Glanz, in allen Lebenslagen.

Dienstag, 30. August 2016

Kinderrätsel

Sie folgen dir auf Schritt und Tritt
und können doch nicht gehen.
Das Paar und du, ihr seit zu dritt,
in Pfützen könnt ihr stehen.
Bei Regen sind sie angesagt
und keine Mama sich beklagt.
Die Lösung: Gummistiefel
---------------------
Die Glocke ist im Namen drin,
doch blüht sie still und leise.
Fürs Häschen macht es wenig Sinn,
beklagenswerter weise.
Erfreut ihr Leuchten jedes Kind,
weils endlich Frühjahr wird geschwind
dann blühen Osterglocken.
----------------------
Sie ist mein schönstes Wiegenkind,
wir träumen oft und schlafen
gemeinsam, weil wir Freunde sind.
Ich werd sie nie bestrafen.
Ich nenne sie oft kleine Maus
und setze sie ins Puppenhaus.
Sie ist mein Püppchen Britta.

-----------------------
Ich hab ein kuschelweiches Fell
und esse gerne Rübchen.
Ich mag es warm und auch schön hell
und Stroh im Stall, als Stübchen.
Ich hoppel gerne durch das Gras.
Mein Freund nennt mich auch Jonatas,
ich bin sein Hoppelhase.

Kinder aus Aleppo

Verscharrt, in Trümmern steckt ihr Leid.
Aus Bomben pfeift der Tod.
Sie tragen längst das Leichenkleid
Gefangen, ohne Brot.

Sie sind geboren unterm Schwert
und büßen ohne Schuld.
Ein Leben ohne Stellenwert,
zum Töten nicht geschult.

Sie können keine Vögel sehn.
Der Himmel, ganz aus Stahl.
Sie würden gern zur Schule gehn,
Und nicht zum Totenmahl.

Verhungern Kinder ohne Zahl,
Die Welt, sie sieht sie nicht.
Die Kinder haben keine Wahl.
Ein Kind hat kein Gewicht.

Das Abendland schon lange zeigt,
Es zählt nicht Gottes Wort.
Die Welt da draußen wieder schweigt.
Sie schweigt vom Kindermord.

Samstag, 30. Juli 2016

Die Saat ist aufgegangen

Wir hören Alte klagen:
Die Jugend will nicht fragen,
was kostet Brot und Wein.
Wir mussten damals hören,
aufs Vaterland nur schwören
und Gott gefällig sein.

Verpflichtung wars zu schuften,
da gab es kein verduften,
gewiss kein Krankenschein.
Einst gab es wenig Spötter,
ein Gott und keine Götter,
nur Herrn im Glorienschein.

Es war kein Hexenzauber,
die Straßen hielt man sauber
für jede deutsche Frau.
Und die nicht Arier waren,
verbrachte man in Scharen,
es fragte keine Sau.

Gehirne warn benebelt,
vom Führerwort geknebelt,
fürs Volk und Vaterland,
gesegnet wurden Kriege,
man glaubte an die Siege,
bis Hof und Haus gebrannt.

Heut trägt man eine Brille.
Verweilt nicht mehr in Stille,
verbreitet rechten Rock.
Die Zeiten kommen wieder
und deutsche Fahnenlieder
sind nicht mal mehr ein Schock.

Wenn rechte Töne klingen
und Funken überspringen,
wächst Neid und Hass und Wut.
Wenn Menschen wieder schweigen,
wenn sie nicht Flagge zeigen,
erwacht die braune Brut.

Freitag, 27. Mai 2016

An Brechts Enkel

Wir, die Kriege, Hunger und Leid nur aus Büchern kennen
ließen Gras über die Gräber der Großeltern wachsen.
Gras und Brot teilten zum letzten mal die Alt-68iger,
rauchten ihre Friedenspfeife und bereiteten uns den Boden.
Boden, der unempfindlich macht und Schweigen
über alle Schandtaten in bare Münze zahlt.

Wir, die zufällig auf der Sonnenseite leben, vergessen,
es war nur Zufall den Krieg zu überleben. Aufzuwachsen
in Friedenszeiten, sich satt zu essen und einen Platz zu finden.
Aber, wir Speisen aus den Händen Hungernder,
trinken sauberes Wasser, geschöpft aus Brunnen Verdurstender.
Bauen unseren Wohlstand blind, als ob die Erde uns gehört.
Bis das letzte Meer vergiftet, der letzte Baum gefällt, treibt der Mensch
in seiner Schwäche selbst das Ende noch voran.

Wir, die den Boden bereiten könnten für Menschlichkeit
reichen die Rechnung an unsere Kinder weiter.
Können wir um Nachsicht bitten
bei unseren Nachgeborenen?

Dienstag, 17. Mai 2016

Friedensmarsch

Wie reich, so denke ich in mancher Nacht,
die Welt erglänzt an guten Heldentaten.
Wenn Menschen nur, was sie als Kind gedacht,
als Ziel sich setzten, Wahrheit wird beim Starten.
Ich stöbre heut in abgelegten Kleidern
der Kindheit. Mag ins Schwärmen grad geraten.
Gerechter wollte ich die Welt mir schneidern
und alle Kinder sollten glücklich leben.
Ich lernte, umzugehen mit den Neidern,
sie einzubinden, offen auch zu geben.
Als Kind umarmte ich die ganze Welt,
versprach mir selbst, das Reinste anzustreben.
Erschrecke jetzt vor meinen holden Zielen
und meinem Kampf mit allzu stumpfen Waffen.
Es liegt der Staub, Bequemlichkeit auf Dielen
und müde knarren sie vom täglich Raffen.
Die Zeit verträgt sich nicht mit Müßiggang.
Ich kann nicht stumpf auf Leichenberge gaffen.
Der Schrei nach Frieden in mir nie verklang.
Ich stehe auf und gehe auf die Straße
und stimme ein im Friedenssprechgesang.
Ich brauch die Mauer nicht für Staat und Rasse
und alle Waffen sollen endlich schweigen.
Der Hall ertönt im Land, in jeder Gasse.
Wir fordern Frieden, wollen endlich zeigen,
der Traum des Menschen muss doch Wahrheit werden.
Der Mut der Kindheit wird sich nie mehr neigen,
für freie Kinder lebe ich auf Erden.

Frühlingserwachen

Würmchen schlängelt gutgelaunt durchs Moos
staunt und denkt, ist heute hier was los?
Streckt erwartungsvoll den Kopf zur Sonne
weiche Frühlingsluft, welch eine Wonne.

Heimlich sucht das Liebespaar, das Nette
Frühlingszeit und weiches Gras zum Bette.
Schlüsselblume öffnet ihre Blüte,
selbst der Bösewicht, er zeigt nun Güte.

Heiße Öfen ziehen raus zur ersten Tour
rauf auf Straßen, Sommerwege, Wald und Flur.
alte Herren liegend unterm Mandelbaum
wachen auf, sie hatten einen tollen Traum.

Christliches Vaterland

Verpönt ist heute Mitgefühl
mit Menschen ohne Heim und Brot.
Die Mehrheit zeigt sich streng und kühl.
Verspottet wird die Nächstenliebe.
Der Zeitgenosse sieht auf einmal rot,
im Angesicht von hilfsbereiten Nachbarn.
Er heult, die Gabe ist schon bald sein Tod.
Er redet einen Schmarrn,
von Treu und deutschem Vaterland,
von Angst vor Überfremdung.
Er reicht dem Mob doch nicht die Hand.

Verrohung seh ich, welche Schand.
Was wird aus dir, du armes Land?

Reddevitzer Höft

Die kleine Bucht, bewacht von Buchenwäldern
verzaubert mich durch Schweigen.
Die krumme Seele leert sich sanft vom Toben,
erhebt sich wie die Saat aus Winterfeldern
und tanzt vergnügt den Reigen
zum Lied der Lerche fühlt sie sich erhoben
und möchte dankend loben:
Den Augenblick, der ihr die Stille schenkte
und ganz gelassen zu sich selber lenkte,
die Frühlingsluft, die lauen Atem brachte,
dem Tag, an dem das Herz von Herzen lachte.

In dir sind ungenutzte Feuer

Beginne deinem Ich zu trauen,
in dir sind ungenutzte Feuer.
Der Vater schilderts im Vertrauen,
dem Sohnemann am Lagerfeuer.

Erzählt vom Lebensabenteuer,
dem Sohnemann am Lagerfeuer.
Beginne deinem Ich zu trauen.
Nur fange an, nach Vorn zu schauen.

Das Gestern nimm es, nimms als Steuer,
nur fange an nach Vorn zu schauen.
Erzählt vom Lebensabenteuer,
wie er dem Ich lag auf der Lauer.

Der Vater schilderts im Vertrauen,
wie er dem Ich lag auf der Lauer.
Das Gestern nimm es, nimms als Steuer,
in dir sind ungenutzte Feuer.

Es gibt Tage

Da möchte ich mir eine Höhle bauen
und warten bis das Jetzt von selbst verschwindet.
Da ist die ganze Erde nur ein Grauen
und nicht mal meinem Geist will ich vertrauen.
Den Funken brauchts, der Böses überwindet.

An solchen Tagen kann ich keine Verse schmieden
denn Bilder finden Worte ohne Wende.
Im Innern suche forschend ich den Frieden
und fühle mich nur seltsam abgeschieden.
Das Gleichgewicht erspüre ich am Ende.

Dort draußen brodelt immer noch das Leben.
Ich sitze hier geborgen unter Decken
und wünschte wie ein guter Geist zu schweben.
Ich würde allen Menschen Frieden geben
damit sie wahre Liebe neu entdecken.

Ein Theaterstück

Ein jedes Menschenwort ist mir zuwider
und jedes Angesicht ist mir ein Grauen.
Ich spüre Gier und schließe meine Lider.
Wie sollte ich den Menschen auch vertrauen?

Gesetze werden überall gebrochen,
der Treueschwur, er wird zur Lebenslüge.
Ihr Denken ist vom eignen Wohl bestochen,
nur doppelzüngig quillts aus dem Gefüge.

Ich suche eine Insel ohne Spiegel,
verachte mich und meine ganze Rasse.
Im Rampenlicht da brodelt längst der Tiegel,
vergehen soll die Brut, die Menschenmasse.

Ich bin voll Dank, der Spuk ist nun beendet,
der Albtraum hat mich Gott sei Dank verlassen.
Der Vorhang fällt, Applaus hab ich gespendet.
Ich könnte Menschen nie und nimmer hassen.

Sing den Song

Sing den Song, halte Schritt Soldat,
letztes Lebewohl, ein Blümchen und ein Lied.
Wohl ist Wahnsinn dieses Kriegsgewimmel, wirst
Haus und Hof und diesen Himmel
wirst du Kind und Kegel auch bewachen?
Knarren knallen, auf zum Kampf!

Stolz und schmissig unsre Söhne schreiten
trotzen treu, oft Tod und Teufel.
Wollen wirklich wir den Wahn? Wittern wir in Worten
der Despoten nicht das Doppelspiel der Diktion?
Bete Bruder, noch bevor der Bann dir bricht
grenzenlos ist nichts, nicht Gott und großer Glaube.
Musst du erst Mütter sehen, die müde
Totentücher tragen unter leeren Tränenaugen?

Opferst dich ohnmächtig jeder femden Order.
Folgst devot den Führern - für Volk und Vaterland
Schweigst schweren Herzens an der Todesschwelle.
Glanz und Gloria werden hier nicht glänzen.
Wahnwitzig wallten Grausamkeit und Gewalt.
Frieden und Freiheit, die sollen sich fügen.
Enden muss endlich das Elend auf Erden.
Sing einen neuen Song, halte Schritt Soldat.

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