das bin ich in diesem Moment

Donnerstag, 10. November 2016

Das Tor zur neuen Welt

Emma Lazarus
„Schickt sie mir, die Heimatlosen, vom Sturme Getriebenen,
Hoch halt' ich mein Licht am gold’nen Tore!“


Du hast mir aufgeleuchtet mit Glanz und Gloria
spanntest mir einen hafennahen Sehnsuchtsbogen,
reichtest mir den Kelch mit deinem Alphabet,
schenktest mir Kulissen mit neuen Herren.

'Nutze diese unentdeckten Möglichkeiten,
Geistestempel gibt es nur in dieser freien Welt.'
Sprachst und gabst mir moderne Kleider.
Kleider, die sich fremd anfühlten auf meiner Haut.

Mir zerbrach der Grundstein kindlichen Glaubens.
Fäulnis, Flucht und Lügen sprengten ihn.
Eingeschüchtert meine Seele, wankt als Bettler.
Bettler, der vor lauter Licht im Schatten steht.

Jetzt bin ich frei - ein Vogel ohne Heimatlied
der nur die Melodie der Kinderzeit vermisst.

Donnerstag, 1. September 2016

Das künstliche Licht

Einfach nur den Schalter drücken,
Licht erhellt sofort die Räume.
Angeleuchtet strahlen Bäume,
Glänzend hell. Und voll Entzücken
liest als Kind man Heldensagen,
kann dem Alltag so entrücken,
träumend Abenteuer wagen.
Licht ist lange schon die Regel,
jeder braucht den Lichterkegel.
Glanz, in allen Lebenslagen.

Dienstag, 30. August 2016

Kinderrätsel

Sie folgen dir auf Schritt und Tritt
und können doch nicht gehen.
Das Paar und du, ihr seit zu dritt,
in Pfützen könnt ihr stehen.
Bei Regen sind sie angesagt
und keine Mama sich beklagt.
Die Lösung: Gummistiefel
---------------------
Die Glocke ist im Namen drin,
doch blüht sie still und leise.
Fürs Häschen macht es wenig Sinn,
beklagenswerter weise.
Erfreut ihr Leuchten jedes Kind,
weils endlich Frühjahr wird geschwind
dann blühen Osterglocken.
----------------------
Sie ist mein schönstes Wiegenkind,
wir träumen oft und schlafen
gemeinsam, weil wir Freunde sind.
Ich werd sie nie bestrafen.
Ich nenne sie oft kleine Maus
und setze sie ins Puppenhaus.
Sie ist mein Püppchen Britta.

-----------------------
Ich hab ein kuschelweiches Fell
und esse gerne Rübchen.
Ich mag es warm und auch schön hell
und Stroh im Stall, als Stübchen.
Ich hoppel gerne durch das Gras.
Mein Freund nennt mich auch Jonatas,
ich bin sein Hoppelhase.

Kinder aus Aleppo

Verscharrt, in Trümmern steckt ihr Leid.
Aus Bomben pfeift der Tod.
Sie tragen längst das Leichenkleid
Gefangen, ohne Brot.

Sie sind geboren unterm Schwert
und büßen ohne Schuld.
Ein Leben ohne Stellenwert,
zum Töten nicht geschult.

Sie können keine Vögel sehn.
Der Himmel, ganz aus Stahl.
Sie würden gern zur Schule gehn,
Und nicht zum Totenmahl.

Verhungern Kinder ohne Zahl,
Die Welt, sie sieht sie nicht.
Die Kinder haben keine Wahl.
Ein Kind hat kein Gewicht.

Das Abendland schon lange zeigt,
Es zählt nicht Gottes Wort.
Die Welt da draußen wieder schweigt.
Sie schweigt vom Kindermord.

Samstag, 30. Juli 2016

Die Saat ist aufgegangen

Wir hören Alte klagen:
Die Jugend will nicht fragen,
was kostet Brot und Wein.
Wir mussten damals hören,
aufs Vaterland nur schwören
und Gott gefällig sein.

Verpflichtung wars zu schuften,
da gab es kein verduften,
gewiss kein Krankenschein.
Einst gab es wenig Spötter,
ein Gott und keine Götter,
nur Herrn im Glorienschein.

Es war kein Hexenzauber,
die Straßen hielt man sauber
für jede deutsche Frau.
Und die nicht Arier waren,
verbrachte man in Scharen,
es fragte keine Sau.

Gehirne warn benebelt,
vom Führerwort geknebelt,
fürs Volk und Vaterland,
gesegnet wurden Kriege,
man glaubte an die Siege,
bis Hof und Haus gebrannt.

Heut trägt man eine Brille.
Verweilt nicht mehr in Stille,
verbreitet rechten Rock.
Die Zeiten kommen wieder
und deutsche Fahnenlieder
sind nicht mal mehr ein Schock.

Wenn rechte Töne klingen
und Funken überspringen,
wächst Neid und Hass und Wut.
Wenn Menschen wieder schweigen,
wenn sie nicht Flagge zeigen,
erwacht die braune Brut.

Freitag, 27. Mai 2016

An Brechts Enkel

Wir, die Kriege, Hunger und Leid nur aus Büchern kennen
ließen Gras über die Gräber der Großeltern wachsen.
Gras und Brot teilten zum letzten mal die Alt-68iger,
rauchten ihre Friedenspfeife und bereiteten uns den Boden.
Boden, der unempfindlich macht und Schweigen
über alle Schandtaten in bare Münze zahlt.

Wir, die zufällig auf der Sonnenseite leben, vergessen,
es war nur Zufall den Krieg zu überleben. Aufzuwachsen
in Friedenszeiten, sich satt zu essen und einen Platz zu finden.
Aber, wir Speisen aus den Händen Hungernder,
trinken sauberes Wasser, geschöpft aus Brunnen Verdurstender.
Bauen unseren Wohlstand blind, als ob die Erde uns gehört.
Bis das letzte Meer vergiftet, der letzte Baum gefällt, treibt der Mensch
in seiner Schwäche selbst das Ende noch voran.

Wir, die den Boden bereiten könnten für Menschlichkeit
reichen die Rechnung an unsere Kinder weiter.
Können wir um Nachsicht bitten
bei unseren Nachgeborenen?

Dienstag, 17. Mai 2016

Friedensmarsch

Wie reich, so denke ich in mancher Nacht,
die Welt erglänzt an guten Heldentaten.
Wenn Menschen nur, was sie als Kind gedacht,
als Ziel sich setzten, Wahrheit wird beim Starten.
Ich stöbre heut in abgelegten Kleidern
der Kindheit. Mag ins Schwärmen grad geraten.
Gerechter wollte ich die Welt mir schneidern
und alle Kinder sollten glücklich leben.
Ich lernte, umzugehen mit den Neidern,
sie einzubinden, offen auch zu geben.
Als Kind umarmte ich die ganze Welt,
versprach mir selbst, das Reinste anzustreben.
Erschrecke jetzt vor meinen holden Zielen
und meinem Kampf mit allzu stumpfen Waffen.
Es liegt der Staub, Bequemlichkeit auf Dielen
und müde knarren sie vom täglich Raffen.
Die Zeit verträgt sich nicht mit Müßiggang.
Ich kann nicht stumpf auf Leichenberge gaffen.
Der Schrei nach Frieden in mir nie verklang.
Ich stehe auf und gehe auf die Straße
und stimme ein im Friedenssprechgesang.
Ich brauch die Mauer nicht für Staat und Rasse
und alle Waffen sollen endlich schweigen.
Der Hall ertönt im Land, in jeder Gasse.
Wir fordern Frieden, wollen endlich zeigen,
der Traum des Menschen muss doch Wahrheit werden.
Der Mut der Kindheit wird sich nie mehr neigen,
für freie Kinder lebe ich auf Erden.

Frühlingserwachen

Würmchen schlängelt gutgelaunt durchs Moos
staunt und denkt, ist heute hier was los?
Streckt erwartungsvoll den Kopf zur Sonne
weiche Frühlingsluft, welch eine Wonne.

Heimlich sucht das Liebespaar, das Nette
Frühlingszeit und weiches Gras zum Bette.
Schlüsselblume öffnet ihre Blüte,
selbst der Bösewicht, er zeigt nun Güte.

Heiße Öfen ziehen raus zur ersten Tour
rauf auf Straßen, Sommerwege, Wald und Flur.
alte Herren liegend unterm Mandelbaum
wachen auf, sie hatten einen tollen Traum.

Christliches Vaterland

Verpönt ist heute Mitgefühl
mit Menschen ohne Heim und Brot.
Die Mehrheit zeigt sich streng und kühl.
Verspottet wird die Nächstenliebe.
Der Zeitgenosse sieht auf einmal rot,
im Angesicht von hilfsbereiten Nachbarn.
Er heult, die Gabe ist schon bald sein Tod.
Er redet einen Schmarrn,
von Treu und deutschem Vaterland,
von Angst vor Überfremdung.
Er reicht dem Mob doch nicht die Hand.

Verrohung seh ich, welche Schand.
Was wird aus dir, du armes Land?

Reddevitzer Höft

Die kleine Bucht, bewacht von Buchenwäldern
verzaubert mich durch Schweigen.
Die krumme Seele leert sich sanft vom Toben,
erhebt sich wie die Saat aus Winterfeldern
und tanzt vergnügt den Reigen
zum Lied der Lerche fühlt sie sich erhoben
und möchte dankend loben:
Den Augenblick, der ihr die Stille schenkte
und ganz gelassen zu sich selber lenkte,
die Frühlingsluft, die lauen Atem brachte,
dem Tag, an dem das Herz von Herzen lachte.

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